Am 17.06. veranstaltete der Arbeitskreis Smart City / Smart Region des Bitkom eine virtuelle Diskussionsrunde zum Thema „Städte.Intellligent.Gestalten – Smart City und die Effekte von Gebäuden auf das Erreichen von Klimazielen“.

Vertreter*innen von Politik, Start-ups und der Wohnungswirtschaft adressierten in Ihren Impulsvorträgen Fragen, wie

  • Reichen die aktuellen Aktivitäten seitens Politik und Markt aus, um das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 zu erreichen?
  • Wie können unsere Städte nicht nur smart, sondern auch klimafreundlich werden und was sind die Herausforderungen dabei?
  • Wie können die Akteure in einer Smart City besser zusammenkommen?

Mit dabei waren neben unserer CEO Dr. Franka Birke, die als stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises die Veranstaltung moderierte, Anne-Caroline Erbstößer von der Technologiestiftung Berlin, Rebekka Ruppel von Pom+ Deutschland, Sarah Schlesinger von Blackprintbooster und Ulrich Jursch von der degewo netzWerk GmbH.

Städte als Umsetzer von Lösungen

Da der Klimawandel insbesondere in Städten sicht- und vor allem spürbar ist und diese zeitgleich für 75 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich sind, sieht man sie bei der Umsetzung von Lösungen ganz weit vorn. Frau Dr. Birke nannte in ihrer Einführung vier aktuelle Beispiele von internationalen (Groß-) Städten, die aktiv Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen. Darunter auch Münster mit einem Handlungsprogramm Klimaschutz 2030.

Auch Frau Erbstößer betonte in ihrem Impulsvortrag, dass die Energiewende im smarten Quartier beginnt. Sie merkte an, dass die Daten der Gebäude in einer Stadt verfügbar seien, aber eben nicht an einem Ort, sodass sie auswertbar wären. Die Technologiestiftung Berlin möchte mit ihrem Forschungsprojekt „EnergyMap Berlin“ ein Wärmekataster erstellen, welches den Wärmeverbrauch des gesamten Berliner Gebäudebestandes kartiert. Die besondere Herausforderung bei der Digitalisierung von Quartieren und ganzen Städten sieht Frau Erbstößer darin, die vielen unterschiedlichen Stakeholder unter einen Hut zu bringen und dabei jemanden zu identifizieren, der die Projektplanung und -leitung übernimmt.

Ohne Smart Buildings keine Nachhaltigkeit

Frau Ruppel beleuchtete das Thema aus der Sicht eines Beratungsunternehmens für Digitalisierungsstrategien in Immobilienunternehmen. Da sie mit vielen unterschiedlichen Akteuren der Branche in Berührung kommt, wird für sie immer wieder deutlich, wie viel Digitalisierungspotenzial noch in der Immobilienbranche vorhanden ist. Vor allem Immobilieneigentümer*innen und Investor*innen würden den Nutzen des Internet of Things (IoT) noch unterschätzen. Sie vertritt die Meinung, dass eine Optimierung der Energieeffizienz von Gebäuden nicht ohne den Einsatz smarter Technologien möglich sei. Durch einen effizienten Gebäudebetrieb werden letztendlich auch die Nachhaltigkeit des Gebäudes gesteigert und die CO2-Emissionen reduziert.

Frau Schlesinger unterstreicht die Wichtigkeit von PropTech-Lösungen und Gebäudedigitalisierung aus Investorensicht. Die ESG-Anlagekriterien (Environmental Social Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) erhöhen den Druck auf den Immobiliensektor, ihr Portfolio entsprechend aufzustellen. Aus ihrer Sicht bedeutet dies für die Branche in Zukunft eine Marktkonsolidierung, da nur diejenigen Unternehmen bestehen können, die sich an die steigenden Anforderungen in den Bereichen Digitalisierung und Klimaschutz anpassen.

Digitalisierung und bezahlbares Wohnen

Herr Jursch brachte die Perspektive eines großen Wohnungsunternehmens mit in die Diskussion. Er sieht die Digitalisierung nicht als Allheilmittel, jedoch als wichtiges Instrument für den Klimaschutz. Seiner Meinung nach solle die Branche den Fokus eher auf Kooperationen setzen, denn vor allem private Eigentümer*innen können die Gebäudedigitalisierung nicht allein bewältigen. Dazu benötigen sie die Unterstützung und die Infrastruktur der großen Wohnungsunternehmen. Herr Jursch merkte hierbei an, dass die Unternehmen, die im GdW (Bundesverband deutscher
Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.) organisiert sind, die Klimaziele gegenüber dem Bundesdurchschnitt des Gebäudesektors gut im Griff haben. Hier zeigt sich ganz klar die Stärke des Netzwerkens. Ein weiterer wichtiger Punkt, aus Sicht eines Wohnungsunternehmens, ist die Bezahlbarkeit und Sozialverträglichkeit der Investitionen und folglich auch die der Mieten.

Fazit

Alle Diskussionsteilnehmer*innen sind sich darüber einig, dass die Smart City eine notwendige Voraussetzung ist, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen. Es muss allerdings noch an einigen Stellschrauben gedreht werden:

  • Die Branche muss Kooperationen nutzen und Netzwerke bilden, um sich den Herausforderungen stellen zu können und gemeinsam Innovationen zu schaffen.
  • Datenbanken und einheitliche Datenmodelle können hierbei helfen.
  • Der regulatorische Rahmen muss angepasst werden und flexibel bleiben.
  • Investitionen in Digitalisierung und Energieeffizienz müssen gefordert und gefördert werden.
  • Das Investor-Nutzer-Dilemma (zwischen Vermieter und Mieter*in) muss berücksichtigt werden.
  • Die Mieter*innen müssen fair in die CO2 Bepreisung eingebunden werden.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises findet im Oktober 2021 zum Thema „Digitaler Zwilling“ statt.

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Da der Klimawandel insbesondere in Städten sicht- und vor allem spürbar ist und diese zeitgleich für 75 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich sind, sieht man sie bei der Umsetzung von Lösungen ganz weit vorn. Frau Dr. Birke nannte in ihrer Einführung vier aktuelle Beispiele von internationalen (Groß-) Städten, die aktiv Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen. Darunter auch Münster mit einem Handlungsprogramm Klimaschutz 2030.

Auch Frau Erbstößer betonte in ihrem Impulsvortrag, dass die Energiewende im smarten Quartier beginnt. Sie merkte an, dass die Daten der Gebäude in einer Stadt verfügbar seien, aber eben nicht an einem Ort, sodass sie auswertbar wären. Die Technologiestiftung Berlin möchte mit ihrem Forschungsprojekt „EnergyMap Berlin“ ein Wärmekataster erstellen, welches den Wärmeverbrauch des gesamten Berliner Gebäudebestandes kartiert. Die besondere Herausforderung bei der Digitalisierung von Quartieren und ganzen Städten sieht Frau Erbstößer darin, die vielen unterschiedlichen Stakeholder unter einen Hut zu bringen und dabei jemanden zu identifizieren, der die Projektplanung und -leitung übernimmt.

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Frau Ruppel beleuchtete das Thema aus der Sicht eines Beratungsunternehmens für Digitalisierungsstrategien in Immobilienunternehmen. Da sie mit vielen unterschiedlichen Akteuren der Branche in Berührung kommt, wird für sie immer wieder deutlich, wie viel Digitalisierungspotenzial noch in der Immobilienbranche vorhanden ist. Vor allem Immobilieneigentümer*innen und Investor*innen würden den Nutzen des Internet of Things (IoT) noch unterschätzen. Sie vertritt die Meinung, dass eine Optimierung der Energieeffizienz von Gebäuden nicht ohne den Einsatz smarter Technologien möglich sei. Durch einen effizienten Gebäudebetrieb werden letztendlich auch die Nachhaltigkeit des Gebäudes gesteigert und die CO2-Emissionen reduziert.

Frau Schlesinger unterstreicht die Wichtigkeit von PropTech-Lösungen und Gebäudedigitalisierung aus Investorensicht. Die ESG-Anlagekriterien (Environmental Social Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) erhöhen den Druck auf den Immobiliensektor, ihr Portfolio entsprechend aufzustellen. Aus ihrer Sicht bedeutet dies für die Branche in Zukunft eine Marktkonsolidierung, da nur diejenigen Unternehmen bestehen können, die sich an die steigenden Anforderungen in den Bereichen Digitalisierung und Klimaschutz anpassen.

Digitalisierung und bezahlbares Wohnen

Herr Jursch brachte die Perspektive eines großen Wohnungsunternehmens mit in die Diskussion. Er sieht die Digitalisierung nicht als Allheilmittel, jedoch als wichtiges Instrument für den Klimaschutz. Seiner Meinung nach solle die Branche den Fokus eher auf Kooperationen setzen, denn vor allem private Eigentümer*innen können die Gebäudedigitalisierung nicht allein bewältigen. Dazu benötigen sie die Unterstützung und die Infrastruktur der großen Wohnungsunternehmen. Herr Jursch merkte hierbei an, dass die Unternehmen, die im GdW (Bundesverband deutscher
Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.) organisiert sind, die Klimaziele gegenüber dem Bundesdurchschnitt des Gebäudesektors gut im Griff haben. Hier zeigt sich ganz klar die Stärke des Netzwerkens. Ein weiterer wichtiger Punkt, aus Sicht eines Wohnungsunternehmens, ist die Bezahlbarkeit und Sozialverträglichkeit der Investitionen und folglich auch die der Mieten.

Fazit

Alle Diskussionsteilnehmer*innen sind sich darüber einig, dass die Smart City eine notwendige Voraussetzung ist, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen. Es muss allerdings noch an einigen Stellschrauben gedreht werden:

  • Die Branche muss Kooperationen nutzen und Netzwerke bilden, um sich den Herausforderungen stellen zu können und gemeinsam Innovationen zu schaffen.
  • Datenbanken und einheitliche Datenmodelle können hierbei helfen.
  • Der regulatorische Rahmen muss angepasst werden und flexibel bleiben.
  • Investitionen in Digitalisierung und Energieeffizienz müssen gefordert und gefördert werden.
  • Das Investor-Nutzer-Dilemma (zwischen Vermieter und Mieter*in) muss berücksichtigt werden.
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